Ransomware bekommt Konkurrenz durch Kryptominer

15 Jun 2018

In den ersten Monaten des Jahres 2018 lieferten sich Kryptotrojaner und Kryptominer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was die Neuinfektionen von...

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In den ersten Monaten des Jahres 2018 lieferten sich Kryptotrojaner und Kryptominer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was die Neuinfektionen von Computersystemen angeht.  Während einige Sicherheitsexperten die bewährte Erpressersoftware vorne sehen, sind andere der Meinung, dass die Mining-Software diese mittlerweile überholt hat. Der Vormarsch dieser neuen Schädlinge dürfte mehrere Gründe haben. Erstens haben sowohl die Hersteller von Antivirensoftware als auch die Nutzer selbst auf die gestiegene Bedrohungslage durch Ransomware reagiert und schützen die Computer ihrer Kunden, bzw. sich selbst, deutlich besser. Zweitens muss bei einem Verschlüsselungstrojaner der infizierte Nutzer selbst aktiv werden und das geforderte Geld überweisen. Dadurch entstehen Streuverluste. Bei einem Kryptominer hingegen reicht es, den Computer, das Smartphone oder das IoT-Gerät zu infizieren, damit bei den Kriminellen die Kasse klingelt. Solange die Schadsoftware sich unauffällig verhält und nicht entdeckt wird, können sich die Hintermänner über einen steten Geldfluss freuen. Und zu guter Letzt kommt ihnen auch noch der Boom der Kryptowährungen zugute. Zwar ist Bitcoin mittlerweile vom Höhenflug auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und Mining lohnt sich kaum noch, allerdings gibt es inzwischen dutzende, wenn nicht hunderte oder tausende alternative Kryptowährungen, bei denen sich das durchaus rechnet – insbesondere dann, wenn man die Rechenleistung nicht selbst aufbringen muss, sondern einfach von anderen abzweigt.

Gerade erst wurden zwei neue Kryptominer bekannt. Der erste ist aufgefallen, weil er dazu führt, dass auf Fire-TV weiße Fenster aufpoppen. Allerdings ist der Befall anderer Android-basierter Geräte, ohne dass diese doch recht auffällige Fehlfunktion auftritt, nicht auszuschließen. Nutzer, deren Fernseher betroffen sind, berichten von ruckelnden Videos beim Streamen, da ein Teil der Rechenleistung nicht mehr in die Wiedergabe der Videos fließt, sondern zum Schürfen verwendet wird. Wie genau der Schädling auf die TV-Geräte gelangte, ist noch nicht völlig geklärt. Es besteht aber der Verdacht, dass ein Zusammenhang mit dem Download einer App zum Streamen von raubkopierten Inhalten besteht.

Der zweite neue Schädling tarnt sich deutlich besser und das macht ihn auch zu etwas Besonderem. Neben dem eigentlichen Schürfen von Kryptogeld hat er die Aufgabe, die laufenden Prozesse auf dem infizierten Computer zu überwachen. So kann er seine Arbeit unterbrechen, wenn rechenleistungsintensive Programme, wie Spiele genutzt werden. Der Nutzer des Computers bekommt davon kaum etwas mit, denn seine Programme laufen wie bisher ohne Probleme. Dazu hat der Schädling eine Liste von Anwendungen mitbekommen, bei deren Ausführung er sofort in den Ruhezustand geht. Das macht es extrem schwierig, eine Infektion festzustellen.

Die neue Bedrohung durch Kryptominer gesellt sich zu einer ganzen Reihe potenzieller Schadsoftware, die sich im Netz herumtreibt. Man kann daher nicht genug betonen, dass man nur Programme aus vertrauenswürdigen und legalen Quellen herunterladen sollte. Andernfalls besteht eine gute Chance, dass Schädlinge sich huckepack auf der gewünschten App oder dem gewünschten Programm auf die eigenen Geräte schmuggeln.

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Zip Slip bedroht tausende Programmbibliotheken

08 Jun 2018

Eine neue Sicherheitslücke ermöglicht es Hackern, Dateien in Archiven zu kompromittieren und den Speicherort der abgelegten Daten zu verändern. Im...

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Eine neue Sicherheitslücke ermöglicht es Hackern, Dateien in Archiven zu kompromittieren und den Speicherort der abgelegten Daten zu verändern. Im Extremfall können Angreifer so Systemdateien mit eigenen .exe-Dateien überschreiben und den Computer auf diesem Weg übernehmen oder unbrauchbar machen. Dazu müssen aber offenbar Adminrechte vorhanden sein. Betroffen sind Archive der Formate .zip, .tar, .jar, .war, .cpio, .apk, .rar und .7z. Einfallswege für eine derartige Manipulation gibt es viele, sei es über den Download eines neuen Programms, einen E-Mail-Anhang oder sogar über ein verunreinigtes Update. Das Problem ist schlicht, dass gezippte Dateien bei so vielen unterschiedlichen Gelegenheiten zum Einsatz kommen.

Zip Slip haben die Sicherheitsforscher von Snyk ihre Entdeckung genannt, die die Sicherheit von tausenden Open-Source-Programm-Bibliotheken bedroht. Betroffen sind u. a. Projekte von HP, Amazon, Oracle, Apache, Twitter und LinkedIn. Besonders Java-basierte Programme scheinen anfällig für Zip Slip zu sein, da es hier keine zentrale Bibliothek für das Entpacken von komprimierten Archiven gibt und die Entwickler den Programmen eigene Routinen für den Umgang mitgeben müssen. Werden diese dann wiederverwendet, verbreitet sich der Fehler immer weiter. Der Ursprung wird in unterschiedlichen Entwicklerbibliotheken von Oracle, Apache und weiteren Firmen vermutet.

Der Fehler liegt laut Snyk im Code für das Entpacken der Zip-Dateien. Hier werden manchmal Dateinamen nicht richtig geprüft oder Kommandos bereinigt. Dadurch entsteht eine sogenannte Path-Traversal-Lücke, bei der Angreifer den im Zip enthaltenen Code an einer anderen Stelle als vom Nutzer gewählt ablegen kann.

Aktuell muss man davon ausgehen, dass tausende Programme für Smartphones und Computer von Zip Slip betroffen sind, da auch auf der Entwicklerplattform StackOverflow entsprechend unsicherer Code gefunden wurde. Stack Overflow ist mit acht Millionen registrierten Nutzern eine der größten Plattformen für den Austausch zwischen Software-Entwicklern, dementsprechend oft werden die Inhalte gelesen und verwendet.

Die Sicherheitsforscher haben die Anbieter der betroffenen Programmbibliotheken rechtzeitig vor Veröffentlichung ihrer Ergebnisse informiert und die meisten haben bereits reagiert und Patches bereitgestellt. Das Problem ist nur, dass diese von den Anbietern der Kompressionssoftware auch integriert werden müssen. Das heißt, sie müssen Updates für ihre Programme bereitstellen, um die Sicherheitslücke nachhaltig zu schließen. Und dann muss im letzten Schritt auch der Nutzer des Programms selbst noch aktiv werden und das Update auf seinen Rechner einspielen. Auch das Surfen mit Adminrechten sollte man vermeiden, denn das macht es Schadsoftware deutlich schwerer, sich einzunisten. Bei der Neuinstallation von Programmen ist das freilich schwierig. Hier sollte man daher nur auf offizielle und geprüfte Quellen zurückzugreifen. 

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