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Neue Textbombe lässt iOS-Geräte einfrieren

29. April 2020

Im Vergleich zu offenen Systemen wie Android gelten geschlossene Betriebssysteme wie Apples iOS als sicherer. Allerdings scheinen iPhone & Co. dafür für einen anderen Fehler anfälliger zu sein, nämlich für sogenannte Textbomben. Dabei handelt es sich um Nachrichten, in denen bestimmte Zeichen enthalten sind, die das Gerät einfrieren oder abstürzen lassen.

Bereits 2015 wurde ein solcher Fehler namens „Effective Power“ bekannt, mit dem sich iPhones zum Absturz bringen ließen. Damals handelte es sich um eine Reihe arabischer Schriftzeichen, die ausschließlich bei Nachrichten über die App iMessage zu Problemen führten. Rund drei Jahre später wurde eine weitere Textbombe bekannt, diesmal in der indischen Sprache Telugu. In diesem Fall war jedoch nicht nur die iMessage-App betroffen, sondern jedes Programm, das versuchte, das betroffene Zeichen darzustellen.

Das ist auch bei der neuesten Apple-Textbombe der Fall: Jede App-Benachrichtigung, die versucht, eine bestimmte Zeichenfolge in der pakistanischen Sprache Sindhi darzustellen, führt unweigerlich dazu, dass das Gerät einfriert. Betroffen ist Apples aktuelle iOS-Version 13.4.1, offenbar jedoch nicht Geräte, die bereits die Beta-Version der neuesten Version 13.4.5 installiert haben. Dabei ist es egal, ob die Benachrichtigung von WhatsApp, Twitter, Facebook oder anderen Apps stammt. Enthält sie die Zeichenfolge, ist das Gerät erst einmal nicht zu gebrauchen.

Auf Twitter sind die Sindhi-Zeichen und ihre Auswirkung bereits viral gegangen. Für Nutzer von iOS-Geräten kann dies durchaus problematisch werden, denn über die sozialen Medien oder Messenger wie WhatsApp lassen sie sich an viele Nutzer gleichzeitig verschicken. Das bedeutet für alle Apple-Nutzer, deren Gerät mit der aktuellsten allgemein verfügbaren iOS-Version läuft, dass sie jederzeit Gefahr laufen, per App-Benachrichtigung lahmgelegt zu werden.

Um das Problem in den Griff zu kriegen, müsste Apple ein Update außer der Reihe veröffentlichen. Ob das geschieht, ist jedoch noch unklar, denn die nächste Version 13.4.5 steht bereits in den Startlöchern. Die Veröffentlichung wird in den nächsten Wochen erwartet. Danach sollte das Problem behoben sein. In der Zwischenzeit bleibt den Nutzern nur, die Benachrichtigungen zu deaktivieren. Wer trotzdem Opfer der Textbombe wird, kann sein Gerät glücklicherweise mit einem Reboot wieder zum Laufen bringen.

Bild (c) Jan Vašek / Pixabay

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