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Microsoft warnt: Russische Malware kompromittiert Active Directory

31. August 2022

Das Active Directory von Microsoft ist ein zentrales Verzeichnis, das es Netzwerkbetreibern ermöglicht, Nutzerprofile zu hinterlegen und ihnen bestimmte Rechte zuzuordnen. Dazu zählen beispielsweise Programme, Geräte wie Drucker oder Scanner, aber auch Dateifreigaben, die in dieser zentralen Datenbank gespeichert sind. Dabei gibt es sowohl lokale Lösungen, die sogenannten Active Directory Federation Services (ADFS), als auch Cloud-Lösungen. Man kann sich also vorstellen, dass gerade dieser Bereich für Hacker besonders interessant ist, denn von hier aus können sie sich weitreichende Rechte verschaffen, spionieren oder Malware im gesamten Netzwerk verbreiten.

Genau auf diese ADFS-Server zielt nun die neue Malware MagicWeb ab, wie Sicherheitsexperten von Microsoft berichten. Hinter den Angriffen steckt offenbar ein alter Bekannter: die russische Hackergruppe APT29, auch unter den Namen NOBELIUM und Cozy Bear bekannt. Im Visier der für Cyberspionage bekannten Hacker stehen insbesondere Regierungsorganisation und kritische Infrastruktur in ganz Europa, den USA und Asien.

Bei MagicWeb handelt es sich um eine Weiterentwicklung von FoggyWeb, das es Hackern bereits erlaubte, Konfigurationsdatenbanken kompromittierter ADFS-Server zu exfiltrieren, Token-Signatur- und Token-Entschlüsselungszertifikate zu entschlüsseln und zusätzliche Daten vom Command-and-Control-Server (C2) abzurufen. Zunutze macht sich die Malware dabei die anspruchsbasierte Authentifizierung, um die Identität des Benutzers und seine Autorisierungsansprüche zu überprüfen. Aus diesen Ansprüchen wird ein Token generiert, das der Authentifizierung dient. Durch MagicWeb wird dieser Prozess gestört, was dazu führt, dass die Hacker sich mit jedem beliebigen Account Zugriffsberechtigungen außerhalb der normalen Nutzerrollen des ADFS-Servers verschaffen können.

Damit das funktioniert, müssen sich die Hacker zunächst Administratorenrechte auf dem ADFS-Server ihres Opfers verschaffen. Allerdings scheint dies bereits in mindestens einem Fall gelungen zu sein, wie Microsoft berichtet. Dabei war das Detection and Response Team (DART) des Software-Riesen hinzugerufen worden, um den Vorgang zu untersuchen.

Auf welche Hinweise man achten sollte, um eine Infektion mit MagicWeb zu erkennen, ist dem Bericht nicht zu entnehmen, da diese bei der Bekämpfung der Schadsoftware nicht hilfreich wären. Dafür haben die Sicherheitsexperten einen Leitfaden veröffentlicht, mit dem sich MagicWeb aufspüren lassen soll.

Grafik (c) Redrecords / Pexels

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