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Europol warnt vor vermehrten Ransomware- und DDoS-Angriffen

15. April 2020

Cyberkriminelle nutzen die Coronavirus-Pandemie skrupellos für ihre Zwecke. Nicht nur die Millionen Arbeitnehmer, die plötzlich im Homeoffice oft unter suboptimalen Sicherheitsbedingungen arbeiten, sind ins Visier der Hacker geraten, sondern auch kritische Infrastrukturen, die derzeit ohnehin unter Druck stehen. Erst im vergangenen Monat wurde ein tschechisches Krankenhaus angegriffen, das als COVID-19-Testzentrum diente. Einige Abteilungen mussten vorübergehend geschlossen werden.

Nun warnt die europäische Polizeibehörde Europol vor einer Zunahme von Ransomware- und DDoS-Angriffen, die gezielt den Fernzugriff auf Computernetzwerke und Onlinedienste lahmlegen sollen. Basierend auf Daten der Mitgliedsstaaten und Partnern der EU wurde untersucht, wie Cyberkriminelle seit Beginn der Pandemie agiert haben und wo verstärkte Aktivitäten zu beobachten waren. Bezeichnend ist, dass es sich laut Bericht vorwiegend um Kriminelle handelt, die bereits zuvor im Netz in Erscheinung getreten sind und nun aktiv versuchen, die Durchschlagskraft ihrer Attacken zu maximieren. Ganz besonders gilt diese Warnung für Unternehmen und Institutionen, die ohnehin durch die Pandemie unter Druck stehen, sei es durch die Herausforderung des Homeoffice oder durch die außergewöhnlichen Belastungen wie in Krankenhäusern und Laboren.  

Je mehr Menschen nun im Homeoffice arbeiten, desto wichtiger wird der Fernzugriff auf die Unternehmensnetzwerke. Ist dieser unterbrochen, ist eine Aufrechterhaltung des Betriebs kaum noch möglich. Hinzu kommen tausende neue Schwachstellen in den Heimnetzwerken, die häufig nicht mit der gleichen Sorgfalt auf Sicherheit getrimmt wurden wie das Netzwerk im Unternehmen. Das wissen auch Kriminelle und nutzen diesen Umstand gezielt aus.

Noch schlimmer und skrupelloser sind Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser. Fallen dort Dienste oder ganze Abteilungen aus, stehen im Worst Case auch Menschenleben auf dem Spiel. Hier bleibt der betroffenen Institution oft nur, den Forderungen der Kriminellen nachzugeben und zu zahlen.

„Diese Pandemie bringt das Beste, aber leider auch das Schlechteste in den Menschen hervor“, wird Catherine De Bolle, die Leiterin von Europol, in dem Bericht zitiert. In Zeiten, in denen Gemeinschaft und Zusammenhalt beschworen werden, gibt es leider immer auch Menschen, die ihren Profit auf Kosten anderer ziehen wollen. Unternehmen und alle anderen angreifbaren Institutionen sind daher mehr denn je gefragt, ihren Mitarbeitern die nötige Sensibilität im Umgang mit dem Netz zu vermitteln und ihnen Hilfestellung in der ungewohnten Situation des Homeoffice zu geben.

Bild (c) Philipp Katzenberger / Unsplash

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